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Geschichte 


Allgemeines

Da die Vereinsgeschichte der Musikgesellschaft Belalp (Abk. MGB oder MG Belalp) in verschiedenen Abschnitten themenkonzentriert behandelt wird, fällt dieser allgemeine Querschnitt relativ kurz aus.

Die ersten 50 Jahren: 1869-1919

Über die Gründung der MG Belalp haben wir keine schriftlichen Unterlagen. Aus dem Jahre 1874 liegen uns zwar die ersten Satzungen, aus dem Jahre 1875 die neuen Statuten und mehrere Bürgschaftsverpflichtungen vor, eigentliche Protokolle besitzen wir erst seit 1900. Eine lebendige mündliche Tradition hielt jedoch die Erinnerung an die Gründung und die ersten Vereinsjahre wach. Bruchstücksweise fand diese Überlieferung in späteren Vereinsakten ihren Niederschlag und recht ausführlich weiss davon die vom langjährigen Vereinsmitglied Meinrad Michlig verfasste Jubiläumsschrift des Jahres 1944 zu berichten.

Wie manche Oberwalliser Dorfschaft verdankt auch Naters die Entstehung seiner Dorfmusik nicht wenig dem Militärmusikwesen. Ein glücklicher Zufall wollte es, dass im Jahre 1869 acht junge Natischer als Militärmusikanten aus der Rekrutenschule zurückkehrten. Beseelt vom Wunsch, die Blechmusik auch in ihrem Heimatdorf einzuführen, schlossen sich diese Jungmänner noch im Jahre 1869 zu einer "Gesellschaft als Musikanten der Gemeinde Naters" zusammen.

Die acht Gründer waren:

Moritz Eyer, des MoritzMoritz Eyer, des Johann JosefJosef Gasser, des JohannFelix Gertschen, des Moritz Peter Imhof, des JosefKlemens Ruppen, des AntonLudwig Schmidt, des IgnazStephan Zenklusen, des Moritz

Laut der Satzung von 1874 durfte nur ein "rechtschaffener Bursche oder braver Mann" dem Verein beitreten. In den einleitenden Worten zu den Statuten vom 12. Dezember 1875 ist erstmals vom Vereinsnamen, nämlich von der "Musikgesellschaft Belalp", die Rede.

Am 27. Februar 1900 gab sich die Gesellschaft neue Statuten. Diese verlangten von Vorstand, über alle Vereinsgeschäfte Protokoll zu führen und alljährlich eine Abrechnung vorzulegen. Gesamthaft gesehen blühte in der Folge das Vereinsleben auf. Der Zusammenschluss der "Belalp" mit den italienischen Musikkorps "Rebora" und "Odoni" im Jahre 1903 (anlässlich des Simplontunnelbaus) und die Übernahme der Direktion durch den ausgezeichneten Musiker Corrado Borsanoffio trugen das Ihre bei. Als bestbekannte Theatermusik bereiste die MG Belalp beinahe das ganze Oberwallis. Gegen 1907 kam das musikalische Leben beinahe zum Erliegen. Die Gründe lagen im ungelösten Dirigentenproblem und in der Folge auch im Ausbruch des Ersten Weltkrieges. Am 12. Oktober 1919 konnte die MG Belalp mit Freude das Fest ihres 50-jährigen Bestehens feier, an dem die ganze Gemeinde lebhaften Anteil nahm.

Die zweiten 50 Jahre 1920-1969

Kaum waren die Jubiläumsfeierlichkeiten abgeklungen, erklärten mehrere Mitglieder am 4. November 1919 den Austritt aus dem Verein. Die MG zählte nur noch zwölf "Aufrechte". Zu Beginn des Jahres 1920 gründeten etliche der ausgetretenen Musikanten unter dem Namen "Musikgesellschaft Naters" einen zweiten Verein. Persönliche und politische Hintergründe mögen dazu geführt haben. Dies war wohl die schwerste Krise der Vereinsgeschichte. In einem Schreiben vom 14. April 1920 versuchten die Gemeindeväter zu vermitteln. Unter der Führung des Vereinspräsidenten Josef Klingele und des Dirigenten Alois Gertschen schöpften die wenigen Getreuen neuen Mut und die MG Belalp entschied den Kampf mit der neuen Rivalin für sich. Die MG Naters wurde aufgelöst und mehr und mehr Musikanten fanden den Weg zurück in die MG Belalp.

In den Folgejahren erblühte das Vereinsleben aufs Neue und die Erfolge blieben nicht aus. Aber nicht lange, da das Interesse an der Musik schwand und die Proben schlecht besucht wurden. Pfarrer und Gemeindepräsident erschienen höchst persönlich an der ausserordentlichen Versammlung vom 7. März 1927 und forderten die Musici zum Weitermachen auf. Der Appell blieb nicht ungehört. Es ging wieder aufwärts, sogar in der wirtschaftlichen Krisenzeit der 30er-Jahre. Berechtigt und würdig feierte die MG Belalp am 14. Mai 1944 ihr 75-jähriges Jubiläum, zu dem sich die gesamte Bezirksprominenz einfand. Auch die Zeit nach 1945 war eine Periode reichen musikalischen Schaffens. Dirigent Alois Gertschen verstand es, die Musiker zu immer grösseren Leistungen anzuspornen. Es herrschte ein ausgezeichneter Vereinsgeist.

In den 60er-Jahren gingen die Musikanten mit dem tüchtigen Dirigenten Herbert Gertschen gut gerüstet der 100-jährigen Jubiläumsfeier entgegen. Diese fand in glanzvoller Weise vom 12. bis 14. September 1969 statt. Mit einem Festkonzert der Siderser Musik Gérondine begannen die Festlichkeiten am Freitagabend. Festgottesdienst und Fahnenweihe, die Totenehrung auf dem Friedhof sowie das Konzert des jubilierenden Musikkorps vor rund 200 prominenten Gästen setzten mit dem grossen Unterhaltungsabend am Samstag die Akzente der Feierlichkeiten. Am Sonntagnachmittag defilieren die Musikanten aus Naters, Leukerbad, Brig, Glis, Visp, Fiesch und Ried-Brig durch das geschmückte Dorf. Das Konzert der Gastvereine füllte den Nachmittag, während das grosse Fest am Abend mit Tanzrhythmen seinen Ausklang fand. Grosse Beachtung fand die zu diesem Anlass herausgegebene Festschrift.

Nach der Hundertjahrfeier: 1970-1998

Auch nach der denkwürdigen Hundertjahrfeier ging die MG mit frischem Elan in die neue Zeit. Unter der Ägide der drei Dirigenten Herbert Gertschen, Elias Salzmann und Daniel Sieber ging die MG Belalp sicheren Schrittes dem 125-Jahr-Jubiläum von 1994 entgegen. Das Jubiläumskonzert (23. April), die eigentliche Jubiläumsfeier (14./15. Mai) und das Jubiläumsblasorchester mit der Aufführung "The Planets" (Die Planeten) von Gustav Holst (26./27. November) bildeten dabei die drei Höhepunkte.

Seit 1973 gibt die MG Belalp hektographiert in ca. 200 Exemplaren die "Vereinszeitung der Musikgesellschaft und der Jugendmusikschule Belalp" heraus. Bis 1998 erschienen in ununterbrochener Folge 26 Jahrgänge. Die abwechslungsreich gestaltete Schrift veröffentlicht vereinsinterne Informationen aller Art sowie Artikel über das Blasmusikwesen. Sie ist ein verbindendes Element unter den Mitgliedern. - 1998 gab die MG Belalp eine CD heraus mit dem Titel: "GALA DER MARSCHMUSIK - Musikgesellschaft BELALP NATERS" (Liveaufnahme). Das Konzert steht unter der Leitung von Daniel Sieber.

Die MG ist dem Bezirksverband, dem Oberwalliser und Kantonalen Musikverband sowie dem Schweizerischen Blasmusikverband angeschlossen. Bei der Gründung des Kantonalen Musikverbandes vom 13. Mai 1877 war auch Naters vertreten.

 Die Musikgesellschaft ist gut gerüstet und willens, den guten Vereinsgeist weiterhin zu pflegen und das hohe Niveau zu halten im Bewusstsein, dass die MG Belalp zu Naters gehört wie der stolze Ornavassoturm.

 

Präsidenten

 

1874 - 1875

Felix Gertschen

 

1876 - 1898

?

 

1899 - 1900

Johann Salzmann

 

1901

Alfred Gertschen

 

1902 - 1903

Johann Salzmann

 

1904 - 1906

Johann Gertschen

 

1907 - 1908

Meinrad Michlig

 

1909

Johann Salzmann

 

1910

Peter Werner

 

1914 - 1918

Anton Salzmann

 

1918

Alfred Gertschen

 

1919

Anton Salzmann

 

1920 - 1925

Josef Klingele

 

1925 - 1926

Ulrich Ruppen

 

1926 - 1928

Fidel Zenklusen

 

1929

Otto Zenklusen

 

1930

Josef Ritz

 

1931

Othmar Gertschen

 

1932

Gotthard Jossen

 

1933

Moritz Salzmann

 

1933 - 1935

Pius Werner

 

1936

Hugo Michlig

 

1937 - 1939

Fidel Zenklusen

 

1940 - 1941

Pius Werner

 

1942 - 1945

Gustav Michlig

 

1946 - 1949

Arthur Fallert

 

1950 - 1951

Jules Eyer

 

1952 - 1957

Pius Werner

 

1958 - 1959

Othmar Werner

 

1960 - 1965

Paul Scheuber

 

1966 - 1971

Peter Schmid

 

1971 - 1977

Stefan Gertschen

 

1977 - 1983

Pius Eyer

 

1983 - 1990

Norbert Schaller

 

1990 - 1996

Bruno Escher

 

1996 - 2000

Theo Lauber

 

2000 - 2003

Norbert Schaller

 
2003 - 2011 Sieber Reto  
2011 - 2016 Salzmann-Briand Charlotte  
2016 - Julien Schumacher  


Dirigenten

Nach der Überlieferung soll die MG von 1869 bis 1889 auswärtige Dirigenten gehabt haben. Es waren dies: Eugen Loretan, Brig, Adrian Grichting, Leukerbad, und ein gewisser Musiklehrer Nellen. Obwohl die Gesellschaft von 1889 an ständig ortseigene Dirigenten besass, wurden trotzdem oft Musiklehrer von auswärts zugezogen, so: Josef-Marie Imhof, Brig, Viktor Kaufmann, von Luzern in Brig, Corrado Borsanoffio, ein gewisser Herr Kubat und Professor Gustav Zimmermann vom Kollegium Brig.

Nachstehend das weitere Verzeichnis der Dirigenten:

1889-1909
Johann Salzmann

1910-1912
Moritz Salzmann, Bruder des Vorigen

1913-1919
Alfred Salzmann, des Johann (s.o.). Er durfte 1969 als 90-Jähriger mit der Musikgesellschaft das 100-jährige Jubelfest begehen.

Alois Gertschen: 1919-1958

Während 39 Jahren gab er der MG Belalp ihr eigentliches Gepräge und führte sie von Erfolg zu Erfolg. Von den vielen hervorragenden Juryberichten zitieren wir hier nur jenen von Professor Dr. Walter Biber aus dem Jahre 1950: "Die tüchtige Direktion, die ein ausgeprägtes Gefühl für werktreue Interpretation besitzt, wusste aus dem Stück "Das Leben ein Kampf", von K. Friedeman, etwas herauszuholen, und die ausgezeichnete Spieldisziplin brachte eine Leistung zustande, für die das Prädikat "vorzüglich" nicht zuviel ist."

Herbert Gertschen: 1958-1980, 1981-1983

Als Alois Gertschen demissionierte, wählte man seine Sohn Herbert (*1930) diskussionslos zum Nachfolger. Im Elternhaus wurde seine musikalische Veranlagung gefördert, das nötige technische Rüstzeug erwarb er sich "spielend". Herbert Gertschen bildete sich am Konservatorium in Bern weiter. Als Trompeter-Wachtmeister und Militärspielführer bereitete er seine Laufbahn als Dirigent vor. Ihm gelang es, die MG von der reinen Blechmusik zur Harmoniemusik zu führen. 1968 wurde er zum Präsidenten des Oberwalliser Musikverbandes gewählt. Während 25 Jahren dirigierte Herbert Gertschen, der auch Ehrenpräsident ist, mit grosser Umsicht und fachlichem Können die MG Belalp. Gertschen wurde auch wegen seiner menschlichen Qualitäten hoch geschätzt.

Elias Salzmann: 1980-1981, 1983-1990

In Luzern holte sich Elias Salzmann (*1948, des Albert) das Diplom als Dirigent. Im Militärdienst war er Trompeter-Wachtmeister und Spielführer. Als ehemaliger Dirigent der Musikgesellschaft Fiesch (1970-1975), als grosser Förderer der Jugendmusikschule Belalp und deren Dirigent (1976-1985) sowie als Vizedirigent der MG Belalp brachte er eine reiche musikalische Erfahrung mit, um das Werk seiner grossen Vorgänger weiterzuführen.

Daniel Sieber: 1990 - 2002

Bestens bekannt als Trompeter, absolvierte Daniel Sieber (*1961, des Josef) nach der Matura C am Kollegium in Brig (1982) seine Studien am Konservatorium in Lausanne (1982-1987). Er erhielt mehrere Auszeichnungen, so 1983 den "Prix Lausanne-Jeunesse", 1984 den "Prix Diringier" und eine "Mention Spéciale du Jury". 1985 Lehrdiplomabschluss und "Premier Prix de Virtuosité". Danach erwarb er die "Licence de Concert" und bildete sich zum Dirigenten aus. 1985: erster Oberwalliser Kiwanis-Kulturpreis. 1988-1992: Studium der Betriebswissenschaft an der HWV in Visp.

Wegen einer Erkrankung, die ihm das Musizieren mit der rechten Hand erschwerte, musste Daniel Sieber das Trompetenspielen stark reduzieren, was für ihn ein harter Schicksalsschlag bedeutete. Seither konzentriert er sich auf das Dirigieren.

Amade Schnyder: 2002-2012

Amadé Schnyder (*1967) erhielt seine musikalische Ausbildung (Lehrdiplom für Tuba und Euphonium bei David LeClair, Blasorchesterdirektion bei Felix Hauswirth) zunächst an der Musikakademie Basel. Danach studierte er am Konservatorium in Lausanne bei Roger Bobo, wo er mit der Konzertreife für Tuba abschloss. Darauf folgten Meisterklassen für Blechbläser mit Gene Pokorny, Mel Culbertson, Steven Mead, Martin Hackleman, Gail Williams, Joseph Alessi, Michel Becquet, Allen Vizzutti, Philip Smith, Thomas Stevens und Doc Severinsen.

In jungen Jahren spielte er u.a. das Soloeuphonium in der Michigan Youth Band, Ann Arbor (Vereinigten Staaten) und in der WASBE-Honor Band, Boston, und war auch Solotubist im Schweizerischen Jugendblasorchester.

David Lochmatter: 2002 -

(Quelle: Editions Marc Reift, Crans-Montana, http://www.reift.ch/fichiers/pdfcomposers/76.pdf)  

 

Mitglieder

Die MG Belalp besteht aus Aktiv-, Passiv- und Ehrenmitgliedern sowie aus Ehrenveteranen. Aktivmitglied kann werden, wer während eines Probejahres seine musikalische und kameradschaftliche Eignung beweist. Ehrenmitglied wird, wer der MG Belalp während 25 Jahren als Aktivmitglied angehört oder sich in hervorragender Weise um die Gesellschaft verdient gemacht hat. Ersterer erhält als Auszeichnung das Ehrendiplom und eine Walliser Kanne. Jeder Veteran des Eidg. Musikverbandes wird Ehrenveteran, wenn er der MG Belalp während 35 Jahre als Aktivmitglied angehört hat. Er erhält als Auszeichnung eine Erinnerungsplakette. Bei 50-jähriger Aktivmitgliedschaft wird eine goldene Uhr überreicht. Pro zehn Jahre Aktivmitgliedschaft erhält jedes Mitglied als Zeichen der Anerkennung einen Stern an seiner Uniform. Adolf Augsburger (1887-1968), ein grosser Gönner der MG Belalp, war Ehrenpräsident. Die Aktivmitglieder zahlen keine Jahresbeiträge.

Mitgliederbestand: 1869: acht; 1903: 43 (infolge des Zusammenschlusses mit den Musikgesellschaften "Rebora" und "Odoni"); 1920 (Krisenjahr): zwölf; in den 1920er-Jahren über 40, in den 30er-Jahren ca. 50; 1953: 60; 1969 (beim 100-jährigen Jubiläum): 76 Aktive; 1998: 90 Aktivmitglieder, 375 Passivmitglieder, 72 Ehrenmitglieder und Ehrenveteranen.

In den Reihen der MG Belalp ging die Liebe zur Musik oft von den Vätern auf die Söhne über. Es finden sich heute Musikanten, die als Nachkommen von Gründern in der vierten und fünften Generation dem Verein die Treue halten, und die Gesellschaft kennt Mitglieder, die während 40, 50 und mehr Jahren (z.B. Hermann Salzmann: 53 Jahre) aktiv mitwirkten.

Kameradschaft und Geselligkeit werden bei den Musikanten gross geschrieben. Sollte es vorkommen, dass ein Musikant die Kraft des Weines unterschätzt und deshalb den Heimgang "ersorget", richtet er sich nach folgender Devise:

"Wenn d'Alta tüot murru,la schi la surru.Und triichoscht mal z'vill,häb di hibsch still;ds Rüschji vergeitund d'Surra gschteit."(von Moritz Gertschen)

 

Anlässe

Mannigfaltig ist die Zahl der musikalischen Auftritte, welche die MG jahraus, jahrein zu absolvieren hat. Dazu kommen noch die vielem Proben. Besonders fleissige Mitglieder erhalten Auszeichnungen. Die Zahl der jährlichen Auftritte (ohne Proben) erstreckt sich in der Regel auf 25 bis 30. Bald sind es Anlässe mit Konzertcharakter (Jahreskonzerte, auswärtige Konzerte, Neujahrsständchen, 1.-August-Feier, Mitwirkung an Jubiläen, Primizen, Firmungen, Ornavassotreffen, Theater, usw.). Bald sind es Auftritte, welche die MG Belalp als Marschmusikkorps bestreitet (Prozessionen wie Fronleichnam, St. Merez, Weisser Sonntag; Umzüge, Empfänge usf.). Geschlossen tritt die MG ferner bei Beerdigungen von Vereinsmitgliedern auf. Es darf hier als Detail aufgeführt werden, dass die MG Belalp 1899 an der Einweihung des Pfyndenkmals zusammen mit der Stadtmusik Saltina und der Kollegiumsmusik aus Brig aufspielte.

Unter den musikalischen Anlässen ragen die Musikfeste besonders hervor. Nur ausnahmsweise nahm die MG Belalp an Bezirks-, Oberwalliser und kantonalen Musikfesten teil. Am kantonalen Musikfest war die MG schon 1889 in Sitten und 1894 in Visp vertreten. An Eidg. Musikfesten nimmt die MG Belalp nur teil, sofern dies die GV beschliesst.

Seit der Gründung des Bezirksmusikverbandes Brig im Jahre 1933 nahm das Musikkorps alljährlich am Bezirksmusikfest teil (ausser 1969 wegen des tragischen Ausgangs des Automobilbergrennens Naters-Blatten) und hatte mehrmals die Ehre, dieses Fest im eigenen Dorf zu organisieren. Das Oberwalliser Musikfest wurde in Naters 1919, 1934, 1962 und 1992 durchgeführt, das kantonale 1955. AM 15./16. Juni 1996 nahm die MG in Interlaken erstmals an einem Eidg. Musikfest teil. Laut zahlreichen Juryberichten war das Natischer Musikkorps immer wieder erfolgreich. Doch die Fachexperten zauderten auch nicht, Mängel aufzuzeigen.

Verschiedentlich machte Radio DRS Musikaufnahmen, so 1963, 1971 zweimal, 1980, 1986 und 1989. Am 5. September 1986 war die MG Belalp anlässlich der "Chum und lueg"-Sendung aus Naters am Fernsehen zu sehen und zu hören. Die Musikgesellschaft kam zudem in kurzen Fernsehauftritten während der Übertragung des Eidg. Jodlerfestes von 1987 in Brig/Glis-Naters und des Eidg. Tambouren- und Pfeiferfestes 1990 in Naters zur Geltung. 1993 nahm die "Belalp" als einzige Musikgesellschaft des Oberwallis an der "Swiss Parade" teil. Dieser Blasmusikwettbewerb wurde vom Eidg. Musikverband organisiert. Die "Belalp" war am 29. Mai 1993 auf Radio DRS 1 zu hören. Am 15. März 1997 belegte sie am "Musikpreis Grenchen" den 5. Rang.

Im  Theaterspielen war die Musikgesellschaft mit Abstand Spitzenreiterin sämtlicher Natischer Vereine. Bis 1998 trat sie mit sage und schreibe 46 Theaterstücken an die Öffentlichkeit, oft verbunden mit musikalischen Darbietungen.

Nikolaus- und Familienabende, Schlittenfahrten, Raclette-Ausflüge stehen ebenso auf dem Programm wie gelegentliche gemeinsame Reisen. Nachstehend die grösseren Ausflüge:

 

 

1907

Gondo/Iselle

1909

Ausserberg

1912

Stresa

1914

Gletsch

1917

Raron

1920

Thun

1925

Mailand/Genua

1928

Ornavasso

1931

Locarno

1949

Genf

1956

Luzern

1963

Insel Mainau

1970

Locarno

1976

Schwarzwald

1982

Appenzell

1987

Insel Mainau



Repertoire

In den ersten Jahren ihres Bestehens war das Repertoire der MG gar bescheiden. In ihrem Musikbuch befanden sich lediglich sieben Märsche, zwei Walzer, eine Mazurka und zwei Andante. Erst nach 1900 wagten sich die Musikanten an grössere Stücke heran. Viele für die Blasmusik bearbeitete Orchesterwerke fanden Aufnahme ins Repertoire der MG Belalp. Das italienische Element war dabei besonders stark vertreten (z.B. Verdis Fantasien aus den Opern "Il Trovatore", "Rigoletto" und "La Traviata"). Auch Ouverturen zu Opern wurden gespielt. Mit der Beethoven-Ouverture "Egmont" z.B. holten sich die Natischer Musikanten beim Concours des kantonalen Musikfestes 1924 in Visp den 1. Rang in der Kategorie 1.

Der von Professor G. Zimmermann für die Natischer Musik geschriebene Marsch "Den 13 Sternen" und das gehaltvolle "Regina Coeli" vom selben Komponisten wurden wiederholt aufgeführt.

Seit dem Zweiten Weltkrieg fand die MG auch den Weg zu vielen wertvollen Originalkompositionen von Schweizer und ausländischen Komponisten. Für die Aufführung der Ouverture "Perikles" von F. Königshofer erhielt die MG Belalp 1968 anlässlich des Oberwalliser Musikfestes in Brig von der Jury das Prädikat "vorzüglich" zuerkannt.

In jüngerer Zeit fanden mehr und mehr moderne Kompositionen Aufnahme in die Konzertprogramme. Vom Publikum gut aufgenommen wurden seit jeher die Operettenmelodien (z.B. aus "Die lustige Witwe" von Franz Lehár oder dem "Vogelhändler" von Zeller).

Diese bruchstückhafte Darlegung des Repertoires der MG zeigt, dass sich im Laufe der Jahre die Stückwahl sehr stark verändert hat und die Auswahl grösser geworden ist.

Instrumente

Laut Satzung hatte jedes Mitglied zu Anfang sein Instrument auf eigene Kosten anzuschaffen. Die Statuten vom 24. Februar 1900 brachten die Neuerung, dass zukünftig jedes Mitglied von der Gesellschaft Instrument und Notenbuch erhalten sollte. Noch im Jahre 1900 führte die MG die dadurch notwendig gewordene Neuinstrumentierung durch.

Die Vereinsversammlung vom 4. Mai 1909 beschloss den Ankauf neuer und die Instandstellung sämtlicher alten Instrumente. Die Freude der Musikanten war gross, als ihnen am 5. Oktober 1909 neue und neuartige Instrumente ausgehändigt werden konnten.

In den 20er- und 30er-Jahren erwarb die MG nur vereinzelt neue Instrumente. Die zusätzlich benötigten Trompeten, Posaunen und Hörner wurden bei verschiedenen Musikhäusern gemietet. Ein noch vorhandener Mietvertrag beweist, dass die MG Belalp 1922 erstmals durch zwei Saxophone erweitert wurde. Durch den Ankauf von zwei Metallklarinetten im Jahre 1945 erfuhr die Instrumentierung der Musikgesellschaft eine weitere Bereicherung.

Als der Mitgliederbestand zu Beginn der 60er-Jahre auf über 65 Mann anstieg, musste sich ein Drittel der Musikanten die Instrumente privat beschaffen. Um mit diesem unhaltbaren Zustand aufzuräumen, beschloss die GV am 9. September 1964, eine Neuinstrumentierung durchzuführen. Ein bedeutender Gemeindebeitrag von 10 000 Franken und eine gross angelegte Sammelaktion bewirkten, dass die Finanzierung der gesamten Neuinstrumentierung im Betrag von 77 000 Franken in kürzester Zeit gesichert war, die Neuinstrumentierung 1965 durchgeführt und die Instrumente am 12. Juni 1966 gesegnet werden konnten.

Da die Zahl der Musikanten stetig anwuchs, erfolgte 1989 eine teilweise Neuinstrumentierung. Die Gemeinde sprach hierfür einen Betrag von 20 000 Franken.

Uniform

Schon vor 1900 traten die Natischer Musikanten mit einer einheitlichen Kopfbedeckung in Form eines Strohhutes auf. 1921 wurde dieser durch die bekannte Blaumütze ersetzt. Des Öfteren eröffnete das Ehrenmitglied Meinrad Michlig die Begrüssung der Musikanten mit den Worten "Werte Blaumützen!". Nach fast 30 Jahren wurden die Blaumützen durch dunkelblaue Mützen ersetzt, die nach acht Jahren der Musikgesellschaft Bürchen übergeben wurden.

Am 25. Mai 1958 weihten die Natischer ihre erste Uniform ein. Die Feier fand ihren Abschluss in einem Umzug durch die Strassen des Dorfes. Die Musikanten ernteten grossen Beifall. Der erstaunlich hohe Sammelbetrag von 26 000 Franken erlaubte es, die Rechnung für die Uniformierung sofort zu begleichen.

Zwei Jahrzehnte später, 1978, mussten die Musici erneut eine Uniformierung vornehmen. Man einigte sich auf eine einfarbige, mittelblaue Uniform, deren weisse Streifen und Brustschnüre einen guten Kontrast bilden. Auf einen Unterhaltungsabend und ein Galakonzert der Stadtmusik Saltina, Brig, am 28. und 29. April 1979 folgte am nächsten Tag im Rahmen eines Konzertprogramms, bei dem sieben Musikvereine konzertierten, die feierliche Einweihung der neuen Uniform. Doch schon 1982 musste auch diese Uniform erneuert werden, da die Stoffqualität den Anforderungen nicht genügte.

Aufs neue Jahrtausend hin wechselte die MG belalp erneut ihre Uniform. Am 16. September 2000 wurde diese anlässlich eines Einweihungsfestes erstmals präsentiert. Traditionsgemäss fiel die Wahl auf ein dunkelblaues, schlichtes Ehrenkleid mit einem orginellen Hut.

Die Vereinsfahnen

In der Jubiläumsschrift von 1969 (S. 115-125) sind die ersten drei reich verzierten Vereinsfahnen abgebildet und ausführlich beschrieben.

Erste Fahne

Das erste Vereinsbanner ist wahrscheinlich 1874 angefertigt worden. Die Burgerschaft spendete 1877 "für die neue Musikfahne" 200 Franken. Da in der Jahresrechnung von 1900/01 "für die neue Fahne" von Ausgaben in der Höhe von 86.25 Franken die Rede ist, könnte es möglich sein, das die Goldstickereien von der ersten, nicht mehr erhaltenen Fahne um die Jahrhundertwende auf den neuen Faille-Seidenstoff appliziert wurden. Fahnengrösse: 95x110 cm. Voderseite: Eichenzweig und Lyra sowie Beschriftung "BELL-ALP NATERS". Rückseite: Doppelzweig, Walliser Wappen und Text "GEGRÜNDET 1874".

Zweite Fahne

Eingeweiht am 9. Mai 1920. Preis: 1184 Franken; die Gemeinde zahlte 500 Franken. Fahnengrösse: 120x120 cm. Der St. Barbaraverein übernahm die Patenschaft. Auf der weissen Seite: im Zentrum eine Lyra, umgeben von reichem Rankenwerk, zu deren Füssen vier Blasinstrumente, zwei Notenblätter und ein Dirigentenstab. Beschriftung, oben: "REIN-IM-KLANGE-TREU-IM-WORT", unten: "GEWIDMET ZUM 50. JÄHR. JUBILÄUM". Auf der blauen Seite: Belalp-Panorama, Walliser und Natischer Wappen sowie die Inschrift "MUSIKGESELLSCHAFT BEL-ALP NATERS 1869-1919".

Dritte Fahne

Einsegnung am 13. September 1969 anlässlich des 100-jährigen Jubiläums. Paten: Therese Biffiger-De Paoli und Josef Venetz (1900-1979), Apotheker. Preis der Fahne: 3250 Franken. Grösse 140x140 cm. Die Transparentfahne zeigt das Wappen von Naters (Mitra mit zwei gekreuzten Krummstäben), eine silberne Lyra und die Beschriftung "MUSIKGESELLSCHAFT NATERS 1869-1969".

Vierte Fahne

Einsegnung am 14. Mai 1994 anlässlich des 125-jährigen Jubiläums. Paten: Marceline Christig-Marner und Richard Walker (1939-1994). Die Fahne, gestaltet von Edelbert W. Bregy, zeigt die Belalp mit dem Ausblick auf den Aletschgletscher. Rechts oben das Natischer Wappen: in Rot gekreuzte goldene Bischofsstäbe, von einer Mitra überhöht. Die Farben Rot und Weiss für das Wallis. Dazu gesellt sich die blaue Farbe des Walliser Himmels. Das Blau widerspiegelt auch die Farbe der eleganten Uniform der MG Belalp.

Finanzen

Die finanzielle Situation spielte für die Musikgesellschaft Belalp seit jeher eine wichtige Rolle. Opferfreudigkeit und erfinderischer Geist liessen die Musikanten diese Aufgabe stets lösen. Zur Sanierung der Vereinskasse führten die Musici im Laufe der Jahre die verschiedensten Veranstaltungen durch, so z.B. Musikfeste, Tombolas, Lottos, Konzerte, Kollekten und Theater. Geschickt wandten sich die Musikanten rechtzeitig an die Gemeinde, um von ihr ordentliche und ausserordentliche Beiträge zu erhalten. Die Gemeindeväter hatten hierfür stets ein offenes Ohr und unterstrichen bei jeder sich bietenden Gelegenheit die kulturelle Bedeutung der MG für die Dorfschaft. Auch die Bevölkerung steht seit eh und je mit grosser Sympathie hinter ihrer Dorfmusik.

Musiklokal

Während fast eines Jahrhunderts mussten die Musikanten für ihre Proben von einem Lokal ins andere wechseln. Es waren dies nacheinander folgende Lokalitäten: Wohnung Amherd an der Judengasse - Saal des Ruppenhauses am Kelchbach - Haus David Eyer - Haus Urnavas - Klingelehaus in der "Breite" - Klosi-"Mili" - nachmaliges Kohlenlokal des Ornavassoturms - erster Stock desselben Turms - Bühne des alten Lindensaals - Küche des ehemaligen Restaurants Kelchbach - Ornavassoturm - Asyl der Missione Cattolica - wiederum Ornavassoturm - alter Lindensaal.

Keines dieser Lokale vermochte voll zu befriedigen. Man wollte ein vereinseigenes Probelokal. Zusammen mit der Gemeinde Naters, die dringend einen Zivilschutzraum benötigte, trat die MG Belalp als Bauherrin auf. 1967 entstand auf der Westseite des oberen Schulhausplatzes ein gefälliges Gebäude. Dessen Obergeschoss mit Musiksaal, Archivraum usw. wurde der MG grundbuchamtlich als Stockwerkeigentum im Baurecht übertragen. Die Gemeinde gewährte unentgeltlich das Baurecht und zahlte Fundament, Dach und Decke des Erdgeschosses. Grosszügige Spezialrabatte der Unternehmer und bis zu 1000 Stunden Fronarbeit durch die Vereinsmitglieder bewirkten, dass die Bauabrechnung nur 47 455.45 Franken zu stehen kam. Zu Beginn des Jahres 1968 konnte die Gesellschaft ins neue Musiklokal einziehen. Die Freude war gross. 1980 erfolgte für die Aufbewahrung der Musikalien und Instrumente an der Nordwestseite ein gelungener Anbau.

(Quelle: "Naters - Das grosse Dorf im Wallis", Dr. Erwin Jossen, Rotten Verlag 2000)


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